Als Reaktion auf den menschenverachtenden Zustand, dass Flüchtlingen ohne Aufenthaltstitel in Deutschland das Grundrecht auf medizinische Versorgung verweigert wird, wurde in Bonn im Sommer 2003 die Menschenrechtsinitiative MediNetzBonn gegründet.

Allein für die Stadt Bonn schätzt man die Zahl der Menschen ohne Aufenthaltsstatus auf ca. 4000. Krankheit wird für diese Menschen zu einem Sicherheitsrisiko und zu einer privaten Katastrophe, denn sie können keine Krankenversicherung abschließen und jeder behördliche Kontakt ist mit einer Überprüfung der Personalien verbunden und hat eine Abschiebung zur Folge.

Wir haben in Bonn ein heilberufliches Netz für eine kostenlose und anonyme medizinische, psychologische und zahnmedizinische Behandlung für Flüchtlinge ohne Papiere oder mit einem unsicheren Aufenthaltsstatus aufgebaut. Unsere Aufgabe sehen wir in der unbürokratischen Beratung und Vermittlung von Behandlungsterminen bei Fachkräften. Bei Bedarf können wir ÜbersetzerInnen vermitteln. Gegebenenfalls ist es auch möglich, Treffen an einem anderen Ort oder zu anderen Zeiten zu vereinbaren.

Die Anonymität der Beratung ist in jedem Fall gewährleistet. Persönliche Daten werden nicht gesammelt. MediNetzBonn gibt keine Informationen an staatliche Behörden weiter. Unsere Beratungs- und Vermittlungsstelle ist unabhängig von Parteien, Kirchen oder anderen Institutionen.

Von Anfang an war die politische Arbeit neben der praktisch-medizinischen Hilfe ein wesentliches Anliegen von MediNetzBonn. Geleitet von der Überzeugung, dass „Menschen gleich an Rechten geboren“ sind und also die Menschenrechte für alle unterschiedslos gelten, setzt sich MediNetzBonn für Menschen ohne Aufenthaltsstatus ein. Das Engagement für die Belange der Flüchtlinge umfasst insbesondere die Forderung nach einem freien Zugang zum deutschen Gesundheits- und Bildungssystem.

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